Endlich Blogger…

Hallo,
wie kann man ein guter Vater sein und dennoch fit bleiben?
Eigentlich wollte ich genau über diese Themen (“Fitness und Ernährung trotz Kinder”) bloggen. Leider wurde mir (besser gesagt uns) zwischenzeitliche eine kleine “Zwischen-Challenge” gestellt. Nennt sich Morbus Hodgkin (Lymphknotenkrebs).

Aber der Reihe nach:

Wie veIMG-20160412-WA0014rmutlich 99,9% der Eltern auf dieser Welt fällt es auch mir schwer ein guter Vater zu sein und dennoch fit zu bleiben. Man muss Arbeit (man möchte ja auch ein wenig Karriere machen), Familie (man möchte ja auch Zeit für seine Kinder und Frau haben), Ernährung (Was darf ich essen? Wann soll ich essen?) und Fitness (Wann finde ich Zeit zum Trainieren) unter einen Hut bringen. Wer kennt es nicht: “Heute trainiere ich am Abend!” Top motiviert startet man in den Tag. Den heutigen Trainingsplan schon im Kopf. Dann endlich Feierabend. Ab nach Hause und noch schnell mit der Familie eine Kleinigkeit essen, die Kinder ins Bett bringen und dann endlich Training. Leider spielen da die Kinder nicht mit. Es dauert wieder mal ewig bis sie einschlafen. Die Uhr tickt, eigentlich wollte ich jetzt schon mit dem Training fertig sein und sie schlafen noch immer nicht. Einfach abhauen, geht auch nicht. Dann endlich Ruhe. Aber nun ist es schon so spät. Hmm…. ich stehe morgen früher auf und hole das Training nach!
Wie ihr seht, klappt es nicht immer mit dem Training. Mittlerweile haben wir jedoch Wege und Lösungen gefunden, wie man alles unter einen Hut bekommt. Wir haben es in den letzten beiden Jahren sogar geschafft, dass zeit intensive Triathlontraining für den Trans Vorarlberg in unseren Alltag zu integrieren.

So nun aber zu der “Zwischen-Challenge” Morbus Hodgkin:

Bei mir wurde im März 2016 Morbus Hodgkin (Lymphknotenkrebs) im Stadium II mit Risikofaktoren festgestellt. Damit ich bald wieder topfit bin, habe ich Ende März mit der Chemotherapie (2 Zyklen eskalierte BEACOOP und 2 Zyklen ABVD) und anschließender Bestrahlung angefangen. Wie ihr seht nur eine kleine “Zwischen-Challenge”.
Nun stellt sich die Frage, wie bekomme ich Familie, Fitness, Ernährung und Chemotherapie unter einen Hut. Der genaue Beobachter hat festgestellt, dass in der Aufzählung “Arbeit” nicht enthalten ist. Hat ganz einfach damit zu tun, dass ich bis zum Ende der Therapie im Krankenstand bin. Gott sei Dank habe ich eine super Arbeitgeber. Rückblickend auf die letzten Tag kann ich bisher sagen, es ist eine verdammt große Umstellung. Aber es ist möglich, während einer Chemotherapie alles unter einen Hut zu bekommen. Für mich ist es deswegen eine so große Umstellung, weil sich in jedem Bereich etwas geändert hat.
Angefangen bei der Ernährung, die ich mit Hilfe eines Ernährungscoaches total umgekrempelt habe: Kein Zucker, kein Weizen, keine Milchprodukte und keine Kohlenhydrate – genauer gehe ich in einem späteren Blog darauf ein.
Das Thema Fitness hat sich ebenfalls komplett verändert. War es bisher die tägliche Herausforderung “Wann bekomme ich mein Training unter?” ist es nun eher die Herausforderung “Habe ich genug Kraft für ein Training?” bzw “Was kann ich stattdessen machen?”. Meine bisherigen Trainingseinheiten kann ich derzeit definitiv nicht machen. Hier gilt es Alternativen zu finden: Kann ich zB mein Krafttraining so vereinfachen, dass ich es dennoch absolvieren kann? Kann ich Laufeinheiten machen? Ist Stretching eine Möglichkeit um dennoch fit zu bleiben? Ab welchem Zyklus-Tag der Chemo kommt, denn überhaupt die Energie langsam wieder zurück? An den ersten Tage war ich froh, wenn ich genug Kraft hatte um zu den Mahlzeiten aufzustehen.
Ebenso hat sich in der Familie viel verändert:
Wie bringt man seinen Kindern bei, dass man plötzlich Krebs hat? Krebs ist doch eine Tier!
Wie erklärt man seinen Kindern, dass man im Moment nicht mit ihnen kuscheln oder spielen kann, weil das eigene Immunsystem einfach am Ars… ist?
Was macht man, wenn eines der drei Kinder krank ist (und glaubt mir, bei drei Kindern ist immer min eines leicht verschnupft oder hat Husten)?
Wie werden es die Kinder auffassen, wenn einem die Haare ausgehen? Auf dem Foto oben seht ihr schon mal das Frisuren-Resultat. Denke wir haben zumindest dies perfekt mit unseren Kindern gemeinsam gelöst. Später dazu mehr.
So das war nun mein erster Blog. Falls ihr selbst mit dem einen oder anderen Thema Erfahrung habt, freue ich mich auf eure Kommentare. Gerne könnt ihr auch Fragen bzw Anregungen für weitere Blog posten.
Bis demnächst…
Bernhard
PS: Falls noch jemand wissen möchte, wie er meinen Blog abonnieren kann, hier eine kurze Anleitung.
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Freue mich über jeden Einzelnen.

4 Gedanken zu „Endlich Blogger…

  1. Hallo Bernhard!

    Toller erster Eintrag in deinem Blog. Ich hab deine "Zwischen-Challenge" erst vor kurzem mitbekommen über Facebook und Instagram. Ich bewundere wie gelassen du das alles nimmst. Ich bin überzeugt davon, dass du diese Challenge bewältigen wirst. Nicht nur wegen der Therapie sondern vor allem wegen deiner positiven Einstellung. Das ist in meine Augen deine größte Kraft.

    Liebe Grüße, sportliche Grüße
    Andi Schöfbänker

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