“Du hast Krebs!!! Wie soll ich mit dir umgehen?”

Hallo zusammen,
“Du hast Krebs! Wie soll ich nun mit dir umgehen?” Für viele Freunde ist es fast schwieriger zu akzeptieren, dass man Krebs hat, als für einem selbst. Da mir nun schon einige gesagt habe, dass sie nicht wissen wie sie mit mir (also einem Krebspatienten) umgehen sollen. Hier mal ein paar Gedanken…

Kleines Update noch: wie ihr seht, habe ich die letzten Tage ein wenig am Design der Homepage gearbeitet. Nun sollte die Homepage auch am Handy angenehmer zum Lesen sein. Leider könnte es sein, dass die Abonnenten (“Follow by Mail”) die Mail nicht mehr bekommen. Sollte dies der Fall sein, bitte einfach nochmals unter “Follow by Mail” die Mailadresse eingeben oder mir ein kurzes Mail schreiben. Sorry dafür.

Krebs

Die Diagnose Krebs ist für jeden Menschen erstmal ein Schock. Dabei ist egal ob man nun der Betroffene, ein Angehöriger oder ein Freund ist. Krebs ist nicht gleich Krebs, darum sei hier nochmal erwähnt, dass ich hier nur von Morbus Hodgkin berichten kann. Wer Infos zu anderen Krebs-Bloggern möchte, die über ihren Krebs (Lungen-, Bauch-, Leberkrebs usw) berichten, kann mich gerne kontaktieren. Bin mittlerweile mit vielen anderen Krebs-Bloggern in Kontakt. Also keine Scheu, bitte mich einfach kontaktieren.

So zurück zum Thema: Für mich ist der Umgang mit Krebs vielleicht leichter als für andere Betroffene oder Freunde von mir. Zum einen auf andere Betroffene kann es daran liegen, dass ich offener mit dem Thema umgehen. Zum anderen auf meinen Freunden habe ich den Vorteil, dass ich mich jeden Tag im Spiegel sehe. Das macht das Ganze natürlich auch ein wenig leichter (hahaha…). Wenn man mich länger nicht gesehen hat und ich nun plötzlich mit Glatze da stehe, ist es verständlicherweise für die meisten erstmal ein Schock. Für diejenigen die mich nicht persönlich kennen: ich war ein eitler Mensch, vor allem was meine Haare betrifft. Ich bin nie ohne gemachte Haare aus dem Haus gegangen und wenn die Haare mal nicht gemacht waren, habe ich immer eine Kappe aufgesetzt. Daher kann ich es gut verstehen, wenn einige beim ersten Anblick kurz “geschockt” sind.

In meinem Fall dürfte es auch einige schwer fallen das Ganze zu verstehen, weil ich einfach immer sehr sportlich war. “Wie kann jemand, der soviel Sport macht, Krebs bekommen?” Aber genau diese Sportlichkeit macht es mir nun leichter. Das ist in erster Linie gar nicht auf den Körper bezogen, sondern viel mehr auf die Psyche. Jeder Sportler kennt Niederlagen und muss lernen mit diesen umzugehen. Bei der Therapie ist es im Grunde genommen nicht anders. Es gibt die “Dreckstage”, das sind quasi die Niederlagen (man zB hat ein Spiel verloren). Dann gibt es die guten Tage, das sind quasi die Siege. Wie in jeder Sportart wird erst am Ende der Saison (also am Ende der Therapie) abgerechnet. Folglich dürfen einem die Niederlagen (“Dreckstage”) nicht aus der Bahn werfen, sondern man muss sich gleich wieder auf das nächste Spiel konzentrieren. Wenn man nämlich den Kopf hängen lässt, dann kann man auch im nächsten Spiel nicht überzeugen. Genauso ist es bei der Therapie. Klar hängt man an den Dreckstagen her und hat wenig Motivation, aber genau da muss man versuchen das Beste rauszuholen. Zumindest ein kleiner Spaziergang geht immer oder zumindest gemeinsam Mittagessen. Einfach nicht unterkriegen lassen.

Prioritäten-wechsel 

Wie man sieht es hat sich nicht viel geändert. Ok, die Prioritäten haben sich ein wenig verschoben. Aktuell heißt es an den Dreckstagen spazieren und vielleicht locker dehnen im Gegensatz zu vorher, wo man den Frust mit Sprints und Gewichte durch die Gegend schmeißen abbauen konnte. Aber im Kern hat sich nichts verändert. Es geht immer noch um den Umgang mit Niederlagen und wie man sich danach verhält.

Aber wie verhalte ich mich nun gegenüber einem Krebskranken? Einfache Antwort: “Ganz normal!” Blöde Situation entstehen immer dann, wenn man merkt, dass der andere etwas fragen möchte aber sich nicht traut. Am besten einfach ganz normal fragen. “Was macht man bei der Chemo genau?” “Darf ich den Port sehen, damit ich es besser verstehen kann?”… Aus meiner Sicht als Krebspatient gibt es nichts schlimmeres als das peinliche schweigen, wenn sich keiner offen redet traut. Viele haben auch schon gesagt, dass sie sich nicht anrufen trauen. “Möchte dich nicht stören!” Hab mich auch mit anderen Krebspatienten unterhalten und eigentlich hat jeder dasselbe gesagt: “Wenn ich gerade nicht reden mag, rufe ich halt später zurück!” Ist eigentlich wie bei jedem anderen Menschen auch (hahaha…). Traut euch ruhig mit uns Krebspatienten zu reden. Wir beißen nicht gleich zu! 🙂 (Meist fehlt uns die Kraft zum fest beißen! Hahaha…)

Status Update

Morgen geht es ins LKH zum PET-Scan um festzustellen ob noch Krebszellen aktiv sind. Somit habe ich morgen quasi ein Spiel 😉
Inaktive Krebszellen = Sieg
noch aktive Krebszellen = Niederlage
Am Mittwoch startet dann der neue Zyklus, quasi die nächste “Wellness Behandlung”. Wenn keine Krebszellen mehr aktiv sind, geht es mit der “humaneren” Chemotherapie ABVD los. Ansonsten gibt es nochmals 4 Zyklen von der BEACOPP. Mal schauen was der Scan morgen sagt.

Bis demnächst…
Bernhard

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Freue mich über jeden Einzelnen.

 

5 Gedanken zu „“Du hast Krebs!!! Wie soll ich mit dir umgehen?”

  1. war bei meinem dad damals (leider) nicht anders. der umgang mit der krebserkrankung ist vielen bekannten und freunden überraschend schwer gefallen. das ging teilweise soweit, dass sie sich mitunter gar nicht mehr gemeldet haben. teils aus sorge etwas falsches sagen zu können, oftmals aber einfach aus angst vor dem unbekannten. umso erfreulicher war es dann auch zu sehen, dass die familie nach dem ersten schock ganz gut damit umgehen konnte.

    schön, so regelmäßige updates zu bekommen 🙂

    grüße an die familie,

  2. Genau dasselbe habe ich von vielen anderen Krebspatienten auch gehört. Verständlicherweise ist es für Menschen, die einem nicht so oft sehen, schwieriger damit umzugehen. Vielleicht hilft ja dieser Post dem einen oder anderen.
    LG
    Bernhard

  3. Hallo Bernhard, da nun schon ein paar Tage seit deinem Blogg vergangen sind, interessiert uns (und sicher alle deine follower) wie der PET-Scan ausgefallen ist….Wir hoffen und wünschen, dass “dieses Game” mit einem Sieg ✌ ausgegangen ist.
    Lg Ingeborg

    1. Hallo Ingeborg,
      Danke der Nachfrage. Artikel lädt seit gestern hoch. Leider hat unser Internetanbieter ein Problem. Sollte aber möglichst bald online sein. Sorry für die Verspätung.
      LG
      Bernhard

  4. Hallo Bernhard
    Hoffe es geht dir gut.
    Kannst du mich bitte wieder in deine Follower Liste aufnehmen?
    Lg Petra

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