Panikattacke!!!

Hallo,
nachdem ich die Matura neben der Lehre absolviert habe, während dem ganzen Studium nebenbei gearbeitet habe und noch dazu täglich Wasserball trainiert habe, dachte ich eigentlich, dass ich mental sehr fokussiert bin. Dennoch hat mir mein Kopf einen Streich gespielt und ich hab eine Panikattacke bekomme. Aber wie immer der Reihe nach…

Update zum depperten Halbwissen

In meinem letzten Post “Muskelkater vs Strahlenkater” habe ich erwähnt, dass im Internet viel Halbwissen geschrieben steht. Darum hier noch ein Update zu den Themen, die ich das letzte mal noch nicht wusste. Danke auch an Heike und Matthias für ihren Input. Duschen darf ich ganz normal. Beim Duschen ein wenig Rücksicht nehmen müssen nur die Patienten, welche die Markierungen direkt auf den Körper gemalt bekommen. Bei mir sind diese Markierungen direkt auf der Maske und somit ist dies für mich nicht relevant. Die Markierungen werden benötigt damit man die Bestrahlungsmaschine immer genau gleich positionieren kann. Daher sollten diese Personen beim Duschen nicht zu sehr an den Markierungen schrubben. Was ich nicht machen sollte, ist stundenlang baden gehen – egal ob im See, der Badewanne oder im Pool – meine Haut ist an den bestrahlten Stellen gereizt und das sollte man nicht zusätzlich reizen.

Panikattacke

BIMG_20160728_090609evor die erste Bestrahlung beginnen kann, gibt es eine kleine “Bastelstunde”. Zusammen mit zwei Ärzten und zwei Schwestern wird die Maske nochmals perfekt angepasst. Die Maske wird aufgesetzt und so ausgeschnitten, dass es keine drückenden Stellen mehr gibt. Zuerst wurde mir auf Höhe des Kehlkopfes ein wenig mehr Freiraum gegönnt und danach waren die Ärzte noch so nett und haben mir Augen und Nase frei geschnitten. Wie ich erst später gecheckt habe, hatte ich sogar die Ehre, dass der Primar höchstpersönlich die “Bastelstunde” vorgenommen hat. Danke an dieser Stelle.

Die ersten 5 Bestrahlungen sind relativ gut abgelaufen. Der Ablauf ist immer derselbe, man wird in den Bestrahlungsraum geführt, darf es sich auf der Liege bequem machen und danach wird die Maske über den Kopf gelegt. Das unangenehme Gefühl kommt dann, wenn die Maske mit der Liege verbunden wird. Ab diesem Zeitpunkt sitzt die Maske sehr fest auf dem Gesicht (siehe Fotos oben) und ich bekomme nur noch durch die Nase Luft.

Bei der 6. Bestrahlung hat es mich dann voll erwischt. PANIKATTACKE!!!
Obwohl ich es schon 5 mal gröbere Vorkommnisse geschafft habe, hatte ich dieses mal Panik. Es war eigentlich alles wie immer. Die Schwestern haben mich noch darauf aufmerksam gemacht, dass es heute 1-2 Minuten länger dauert als sonst, weil sie das obligatorische wöchentliche Kontroll-CT machen. Vermute mal, dass mich genau diese aus der Fassung gebracht hat. Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass ich durch die Nase keine Luft mehr bekomme und nun unbedingt durch den Mund atmen muss. Was aber nicht möglich war. Da während der Bestrahlung niemand im Raum ist, habe ich mit Händen und Füßen gewunken. Schreien geht ja nicht gut mit der Maske 😉 Durch die Kameras haben mich die Schwestern gleich gesehen und mich umgehend befreit. Das war ein geiles Gefühl als ich durch den Mund tief Luft holen konnte.
Was mir nicht klar war, dass ich damit den ganzen weiteren Ablauf für allen anderen Patienten durcheinander gebracht habe. Es haben sich alle Termine nach IMG_20160728_090620hinten verschoben. Sorry hierfür!!! Und sogar der Primar war anwesenden um sich selbst ein Bild vom Konroll-CT zu machen. Aber wenn man einmal Panik hat, ist es gar nicht so einfach sich wieder zu beruhigen, dafür gab es dann ein paar Tropfen von einem Beruhigungsmittel. Zwanzig Minuten später war ich wirklich deutlich ruhiger. Zusätzlich haben die Schwestern Relaxing Musik aufgelegt und durch lila Licht im Raum für eine beruhigende, entspannte Stimmung gesorgt.
An dieser Stelle ein riesen großes Dankeschön an die Schwestern, DANKE. Ihr seid echt der Wahnsinn!!!

Seither bekomme ich jedesmal vor der Bestrahlung diese beruhigenden Tropfen. Obwohl ich weiß, dass es nur eine Kopfsache ist, nicht lange dauert und die Schwestern alles tun um es mir so angenehm zu machen wie möglich, bin ich jedes mal wieder den ganzen Vormittag verdammt nervös. Muss unzählige mal testen ob meine Nase auch wirklich frei ist und immer wieder mal ein paar Minuten testen ob ich nur durch die Nase atmen kann.
Hahaha… hab mir nie gedacht, dass mir mein Kopf mal so einen Streich spielen würde. Interessant wie der eigene Körper immer wieder für Überraschungen gut ist.

Noch drei Bestrahlungen dann ist (fast) alles überstanden!!!

Einziger Wermutstropfen ist, dass aktuell meine weißen Blutkörperchen grenzwertig niedrig sind, was wiederum meine derzeitige Antriebslosigkeit erklärt. Mal abwarten wie sich das nach dem Ende der Bestrahlung entwickelt.

Bis bald
Bernhard

1 Gedanke zu „Panikattacke!!!

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